Seegfrörni 2012

Das letzte Mal war der Pfäffikersee im Februar 2012 nach einer Kältewelle gefroren und zur Begehung freigegeben. Über das Wochenende vom 11. und 12. Februar haben rund 20'000 Personen den See besucht. Dazu wurden Extrabusse und temporäre Parkfelder organisiert. Einige Tage später konnte auch ein Teil des Greifensees für kurze Zeit geöffnet werden. Das Schlittschuhlaufen war allerdings schwierig, denn es lag eine dünne Schneeschicht auf dem Eis. (4)

Seegfrörni 2012

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Aufnahme von  Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0
Aufnahme von Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0
Aufnahme von  Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0
Aufnahme von Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0
Aufnahme von  Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0
Aufnahme von Roland Fischer, Wikimedia, Zürich (Switzerland), CC BY-SA 3.0

Seegfrörni 2006

Damit der See besser gefrieren konnte, hat die Aabachgenossenschaft freiwillig auf das Betreiben ihrer Wasserkraftwerke verzichtet, um den Seespiegel zu stabilisieren.

Vom 26. Januar bis zum 8. Februar und vom 10. Februar bis zum 14. Februar konnte der See betreten werden. Die Tagesschau berichtete damals über die Freigabe (Link zum Video)

90 Hilfskräfte waren für die anliegenden Gemeinden im Einsatz, um den administrativen Aufwand zu bewältigen. Dazu gehören Kontrollen des Eis, das Errichten von Absperrungen und das Bereitstellen von Infrastruktur. (5) (6)

Aufnahme: Peter Berger, via Wikimedia  (CC BY-SA 3.0)
Aufnahme: Peter Berger, via Wikimedia (CC BY-SA 3.0)

Seegfrörni 2002

Auch im Jahr 2002 wurden die Wasserkraftwerke zugunsten eines stabilen Wasserspiegels ausgeschaltet. Auch damals Berichtete die Tagesschau von der anstehenden Freigabe der Seeoberfläche. (Link zum Video)

Nach dem Besucheransturm hat die Vereinigung ProPfäffikersee eine Bilanz gezogen, wie sich der Menschenrummel auf die Natur auswirkt: (Link zum Dokument)

Frühere Seegfrörnis

Im 20. Jahrhundert kam es in folgenden Jahren zu einer Gefrierung des Pfäffikersees: 1991, 1986, 1981, 1971, 1963, 1958, 1938 und 1907

Bild aus dem Jahr 1958. Bildquelle: Wetzipedia / Von: Archiv Ortsgeschichte Wetzikon / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.5 CH (Link)
Bild aus dem Jahr 1958.
Bildquelle: Wetzipedia / Von: Archiv Ortsgeschichte Wetzikon / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.5 CH (Link)
Bild aus dem Jahr 1958. Bildquelle: Wetzipedia / Von: Archiv Ortsgeschichte Wetzikon / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.5 CH (Link)
Bild aus dem Jahr 1958.
Bildquelle: Wetzipedia / Von: Archiv Ortsgeschichte Wetzikon / Lizenz: CC BY-NC-SA 2.5 CH (Link)

Wann gefriert der See?

Damit der See betreten werden kann, muss die Eisschicht mindestens 12 Zentimeter dick sein. Die kantonale Seepolizei und das Sicherheitsamt der Gemeinde Pfäffikon entscheiden dann, ob der See freigegeben wird.

Damit diese Eisdicke erreicht wird, braucht es mindestens 120 Minusgrade. Das heisst, dass die Summe der täglichen durchschnittlichen Temperatur insgesamt -120 Grad Celsius erreichen muss. Zum Beispiel müssten 12 Tage hintereinander im Durchschnitt -10 Grad Celsius gemessen werden. Zudem muss es im Eis möglichst wenige Luftblasen geben. Der See muss also ohne Wind und Niederschlag zufrieren können.

Damit die Oberfläche gefrieren kann, muss das gesamte Wasser im See auf etwa höchstens vier Grad Celsius abkühlen. Ansonsten steigt das wärmere Wasser immer wieder aus den tieferen Schichten an die Seeoberfläche. Im Winter sind die oberen Seeschichten kühler als die unteren Seeschichten, also genau umgekehrt als im Sommer (1) (2) (3) (7)

Was geschieht mit den Fischen bei einer Seegfrörni?

Bei einer Gefrierung gibt es für die Fische am Seegrund den meisten Sauerstoff. Deshalb ziehen sich die Fische in die tieferen Wasserschichten zurück, wo es auch genügend warm ist, damit sie überleben können. Die Fische können sich gut an die kalte Umgebung anpassen und reduzieren ihre Bewegungen, um weniger Sauerstoff zu verbrauchen. Für die Wasserpflanzen dient die Eisschicht als gute Isolation. Es kommt weniger Licht ins Wasser und die Photosynthese fällt weg. Damit verbrauchen die Pflanzen weniger Energie. Für Vögel ist die Gefrierung des Sees ein Problem, weil dabei auch der Schilfboden gefriert und der Lebensraum somit unbewohnbar wird. (2)

Auswirkung des Klimawandels

Bei den grossen und mittelgrossen Seen hat die jährliche Wahrscheinlichkeit einer Seegfrörni im Vergleich zum letzten Jahrhundert um über 50% abgenommen. Bei kleineren Gewässern wie dem Pfäffikersee ist es weiterhin noch möglich, dass es wieder zu einer "Gfrörni" kommt, allerdings nicht mehr so oft wie im letzten Jahrhundert.

Quellen

Titelbild: Peter Berger, CC BY-SA 3.0, https://de.wikipedia.org/wiki/Seegfrörni#/media/Datei:PfäffikonSeegfrörni.JPG

  1. Seerettungsdienst Pfäffikersee [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.retti.ch

  2. Philipp Sicher, der Geschäftsführer vom Schweizerischen Fischereiverband, Das Naturphänomen der «Seegfrörni». Bote der Urschweiz [Internet]. 24. Januar 2017 [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]; Verfügbar unter: https://www.bote.ch/nachrichten/schweiz/Das-Naturphaenomen-der-Seegfroerni;art46447,950627

  3. Daniel Gerstgasser von MeteoSchweiz

  4. Seegfrörni: Erinnerung an die Eiszeit. Züriost [Internet]. 10. Februar 2013 [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]; Verfügbar unter: https://zueriost.ch/hinwil/seegfroerni-erinnerung-an-die-eiszeit/137821

  5. Der Pfäffikersee kann gefrieren, der Zürichsee womöglich nie mehr. Tages-Anzeiger [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]; Verfügbar unter: https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/der-pfaeffikersee-kann-gefrieren-der-zuerichsee-womoeglich-nie-mehr/story/11974001

  6. Eisfläche auf dem Pfäffikersee für die Bevölkerung freigegeben - Seegfrörni-Vergnügen dank Verzicht auf Energiegewinnung gesichert [Internet]. Baudirektion Kanton Zürich; 2006 Jan. Verfügbar unter: https://www.zh.ch/de/news-uebersicht/medienmitteilungen/2006/01/019seegfroer.html

  7. Balmer S. So gefriert ein See - Seegfrörni – wie lange noch? [Internet]. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 2017 [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.srf.ch/meteo/meteo-news/seegfroerni-wie-lange-noch

  8. Hendricks Frannssen H.J. and Scherrer S.C.: Freezing of lakes on the Swiss plateau in the period 1901 - 2006 (Int. Journal of Climatology)