Tiere und Pflanzen am Pfäffikersee
Im Wasser und dem Ried leben zahlreiche Tierarten. Dazu gehören Libellen, Fische, Vögel, Amphibien und Reptilien, darunter auch viele seltene und gefährdete Arten. Insbesondere das Robenhauserried und der Schilfgürtel tragen zur Erhaltung dieser Tiere bei. Vögel nutzen das dichte Schilf für ihre Brut, während Fische und Amphibien darin Schutz finden. Andere Tiere wie Raubfische oder die Ringelnatter nutzen das Schilf, um ihrer Beute aufzulauern.
Die Fischbestände haben sich stark verändert

Es gibt rund ein Dutzend Fischarten am Pfäffikersee.
In den letzten 100 Jahren haben sich die Fischbestände im See stark verändert. Früher galt der Pfäffikersee als Gewässer mit besonders vielen Fischen. Doch durch die Überdüngung des Wassers zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind die Fischbestände stark zurückgegangen. Heute gibt es vor allem karpfenartige Fische, zum Beispiel Karpfen, Aale oder Brachsen.
Es gibt einen grossen Bestand an Hechten und Felchen. Felchen waren zweitweise am Pfäffikersee ausgestorben, sie konnten allerdings dank einer Fischzuchtanlage zurückgebracht werden. Auch bei den Hechten wurde die Population mit Zuchtmassnahmen unterstützt.
Bei einigen Fischen wie den Rotaugen und Rotfedern rätseln die Experten, weshalb die Bestände zurückgegangen sind. Diese Bestände haben sich jedoch wieder etwas erholt.
Gibt es bald Biber am Pfäffikersee?
Früher wurde der Biber aufgrund seines Fells und des Fleisches gejagt. Vor 200 Jahren war er in der Schweiz deshalb komplett ausgerottet. Als Reaktion auf das Aussterben der Biber wurden daraufhin im Jahr 1968 am Nussbaumersee einige der Nagetiere ausgesetzt, die sich seither wieder in den Schweizer Gewässern ausbreiten.
Biber suchen sich jeweils ein Revier, dass sie über eine lange Zeit bewohnen. Auf der Suche nach einem neuen Revier können sie riesige Distanzen zurücklegen.
Es ist gut möglich, dass sich der Biber bald am Pfäffikersee ansiedeln wird. Anfangs Jahr 2021 berichtete die Leiterin des Naturzentrums Pfäffikersee, wie sie einen Biber beobachten konnte. Am Greifensee, der über den Aabach mit dem Pfäffikersee verbunden ist, gibt es bereits Biber. Der Weg vom Greifensee an den Pfäffikersee ist für den Biber nicht ganz einfach. Auf dem Weg liegen viele Hindernisse wie zum Beispiel Wasserkraftwerke, Wehren, Kanäle und Abwasserreinigungsanlagen. (3)(4)(5)(6)

Bildquelle: Archiv Anton Trösch, WWF
Weitere Tiere





Viele Tierarten am See sind vom Aussterben bedroht

Viele der aufgezählten Tiere gibt es nur noch selten am Pfäffikersee. Diese hat mehrere Gründe:
- Die Tiere fühlen sich durch die den hohen Besucherandrang und den Lärm schnell gestört. Im Jahr 1995 wurde zum Schutz der Tiere ein Leinengebot für Hunde erlassen.
- Wildtiere wie der Fuchs oder die Krähe sind eine Gefahr für die brütenden Vögel im Schilf.
- Durch die stärkere Bewirtschaftung der Landschaft fehlt es vielen Tieren an Rückzugsorten. Auch Herbizide und Pestizide schaden den Tieren. Heute produzieren die Landwirte umweltverträglicher.
In der ganzen Schweiz ist die Tier- und Pflanzenwelt in den letzten Jahrzehnten stark verarmt. Das Riedgebiet ist deshalb für viele Tiere einer der letzten verbleibenden Lebensräume. Mit neuen Seeschutzzonen versucht die Politik die Tiere besser zu schützen.
Und doch gibt es Hoffnung
Trotz der vielen Probleme gibt es auch einige Hoffnungsschimmer. So kommen immer wieder Störche und neue Vogelarten im Ried zu Besuch. So gehört das Schwarzkehlchen zu den neuen Bewohnern des Robenhauser Ried.
Auch bei den Fischen gibt es Erfolge, so gibt es wieder Lauben am See, nachdem diese am Pfäffikersee ausgestorben waren. Dies gelang nur dank Bemühungen von privaten und der Politik. Doch die Lauben haben es weiterhin schwer zu überleben. Auch die Bestände der Seeforellen nehmen zu. Dazu beigetragen hat eine Fischtreppe im Chämtnerbach, die den Fischen das Wandern erleichtert. (10)
Moorlandschaft und Pflanzen
Die Landschaft rund um den See ist vor allem dank der Flachmoore, Übergangsmoore und Hochmoore bekannt. Neben dem gossen Robenhauser Ried gibt es auch das Ausliker- sowie das Irgenhauser-Ried. Auch Trockenwiesen und Moorwälder beherbergen unterschiedlichste und teils seltene Pflanzen. Trotz des Torfabbaus konnten sich einige typische Moorpflanzen über die Jahre halten.
Seit 1970 werden wieder einige Flächen der Natur überlassen. So verbuschte ein Teil der Landschaft und die Regeneration der Moore setzte wieder ein.

Im Jahr 1996 wurde der Pfäffikersee und die Umgebung als Moorlandschaft von besonderer Schönheit und nationaler Bedeutung anerkannt.
Neobiota-Freihaltezone am Pfäffikersee
In vielen Seen sind eingeschleppte Tierarten ein Problem, denn oft haben die eingeschleppten Arten keine natürlichen Feinde und können sich somit schnell ausbreiten und den einheimischen Tieren die Lebensgrundlage streitig machen. So können eingeschleppte Muscheln die hiesigen Tiere verdrängen und Wasserleitungen verstopfen. Auch importierte Krebse und Fische wie der amerikanische Grosskrebs oder die Schwarzmeergrundel können ein grosses Problem für die einheimischen Tiere darstellen.

Bildquelle: Baudirektion Kanton Zürich
Der Pfäffikersee blieb bisher noch erstaunlich gut von diesen fremden Neobiota verschont. Damit dies so bleibt, hat der Kanton ein Pilotprojekt gestartet. Damit soll die Ausbreitung fremder Wasserorganismen verhindert werden.
Der Kanton hat verschiedene Massnahmen getroffen. Hauptmassnahme war das Informieren der Seebesucher, denn die meisten Neobiota werden durch den Menschen in den See eingeschleppt. Dies geschieht durch schlecht gereinigte Boote oder Tauchausrüstungen aus anderen Gewässern.
Mit Flyern und Informationstafeln wurden Bootsbesitzer und Taucher gebeten, ihre Ausrüstung gründlich zu reinigen. Im Jahr 2018 wurde nach drei Jahren Bilanz gezogen: Wasserproben zeigten gute Ergebnisse, es haben sich keine neuen invasiven Wasserorganismen angesiedelt. Deshalb hat man beschlossen, die Informationskampagne fortzusetzen. (9)
Quellen
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Pfäffikersee - Ala - Schweizerische Gesellschaft für Vogelkunde und Vogelschutz [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.ala-schweiz.ch/index.php/reservate/pfaeffikersee
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Scheidegger A. Froschkonzert - Pro Pfäffikersee [Internet]. Froschkonzert im Flachmoor. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.propfaeffikersee.ch/see-oekosystem/articles/froschkonzert.html
-
Keller S. Heute vor 50 Jahren wurden am Nussbaumersee sechs Biber ausgesetzt [Internet]. St.Galler Tagblatt. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld/heute-vor-50-jahren-wurden-am-nussbaumersee-sechs-biber-ausgesetzt-ld.1026492
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Pfäffikersee R. Biber am Pfäffikersee? Teil 1 [Internet]. Junior Ranger Schweiz - Swiss Junior Rangers. 2020 [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://junior-ranger-schweiz.ch/2020/05/01/biber-am-pfaeffikersee-teil-1/
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Pfäffikersee R. Biber am Pfäffikersee? Teil 2 [Internet]. Junior Ranger Schweiz - Swiss Junior Rangers. 2020 [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://junior-ranger-schweiz.ch/2020/05/22/biber-am-pfaeffikersee-teil-2/
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Perret P. Biber - Pro Pfäffikersee [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.propfaeffikersee.ch/see-oekosystem/articles/biber.html
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Scheidegger A. Heuschrecken - Pro Pfäffikersee [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.propfaeffikersee.ch/moor-und-ried/articles/heuschrecken.html
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Fritz Hirt, Daniel Winter. Ausgleich zwischen Natur und Mensch angestrebt: Neue Spielregeln am Pfäffikersee. Umweltpraxis [Internet]. (22). Verfügbar unter: https://kofu-zup.ch/asp/db/pdf/ZUP22-00_Pfaeffikersee.pdf
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Hudec J. Versuchslabor Pfäffikersee | NZZ [Internet]. Neue Zürcher Zeitung. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: https://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/pfaeffikersee-ld.111532
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Scheidegger A. Gefährdete Lebensräume am Pfäffikersee [Internet]. [zuletzt aufgerufen am 6. Dezember 2020]. Verfügbar unter: http://bisher.propfäffikersee.ch/lebensraum.html
Foto Libelle: Andreas Thomas Hein, Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Foto Titelbild, Frosch: Holger Gröschl, Naturspektrum.de Wikimedia, CC BY-SA 2.0 de
Foto Schmetterlink: Harald Süpfle, Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Foto Gemeinde Teichmuschel: Weitbrecht, Wikimedia, CC BY-SA 3.0
Foto Heuschrecke: Gilles San Martin, Wikimedia, CC BY-SA 3.0
